Erstes Kapitel des Buches "Richard und Samuel" by Max Brod and Franz Kafka

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By John White Posted on Jan 3, 2026
In Category - Aviation
Kafka, Franz, 1883-1924 Kafka, Franz, 1883-1924
German
Ever wonder what happens when two literary geniuses try to write a book together? That's the real story behind 'Richard and Samuel.' This is a short, unfinished fragment by Franz Kafka and his friend Max Brod. It's less about a grand plot and more about the weird, funny, and slightly awkward energy of two friends trying to make art. You get to see Kafka before he became 'Kafka' – playful, experimental, and stuck on a train with his buddy. It's a literary time capsule and a fascinating 'what if.' If you love Kafka or just enjoy peeking behind the curtain at how stories are made, this little chapter is a must-read.
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Reisetagebücher zweier Freunde verschiedenartigen Charakters enthalten. Samuel ist ein weltläufiger junger Mann, der mit vielem Ernst sich Kenntnisse im grossen Stil und ein richtiges Urteil über alle Gegenstände des Lebens und der Kunst zu bilden bestrebt ist, ohne doch jemals nüchtern oder gar pedantisch zu werden. Richard hat keinen bestimmten Interessekreis, lässt sich von rätselhaften Gefühlen, noch mehr von seiner Schwäche treiben, zeigt aber in seinem engen und zufälligen Kreise so viel Intensität und naive Selbstständigkeit, dass er nie zu schrullenhafter Komik ausartet. Dem Berufe nach ist Samuel Sekretär eines Kunstvereines, Richard Bankbeamter. Richard hat Vermögen, arbeitet nur, weil er sich nicht für fähig hält, freie Tage zu ertragen; Samuel muss von seiner (überdies erfolgreichen und sehr geschätzten) Arbeit leben. Die beiden, obwohl Schulkollegen, sind während dieser beschriebenen Reise zum erstenmal andauernd mit einander allein. Sie schätzen einander, obwohl sie einander unbegreiflich erscheinen. Anziehung und Abstossung wird vielartig gefühlt. Es wird beschrieben, wie sich dieses Verhältnis zunächst zu überhitzter Intimität anstachelt, dann nach manchen Zwischenfällen auf dem gefährlichen Boden von Mailand und Paris in männliches Verständnis gegenseitig beruhigt und ganz befestigt. Die Reise schliesst damit, dass die beiden Freunde ihre Fähigkeiten zu einem neuen eigenartigen Kunstunternehmen vereinigen. Die vielen Nüancen, deren Freundschaftsbeziehungen zwischen Männern fähig sind, darzustellen und zugleich die bereisten Länder durch eine widerspruchsvolle Doppelbeleuchtung in einer Frische und Bedeutung sehn zu lassen, wie sie oft mit Unrecht nur exotischen Gegenden zugeschrieben werden: ist der Sinn dieses Buches. Die erste lange Eisenbahnfahrt (Prag-Zürich) _Samuel_: Abfahrt 26. VIII. 1911 Mittag 1 Uhr 2 Min. _Richard_: Beim Anblick Samuels, der in seinen bekannten winzigen Taschenkalender etwas Kurzes einträgt, habe ich wieder die alte schöne Idee, jeder von uns solle ein Tagebuch über diese Reise führen. Ich sage es ihm. Er lehnt zuerst ab, dann stimmt er zu, er begründet beides, ich verstehe es beidemal nur oberflächlich, aber das macht nichts, wenn wir nur Tagebücher führen werden. -- Jetzt lacht er schon wieder über mein Notizbuch, welches allerdings, in Glanzleinen schwarz eingebunden, neu, sehr gross, quadratisch, eher einem Schulheft ähnelt. Ich sehe voraus, dass es schwer und jedenfalls lästig sein wird, dieses Heft während der ganzen Reise in der Tasche zu tragen. Übrigens kann ich mir auch in Zürich mit ihm zugleich ein praktisches kaufen. Er hat auch eine Füllfeder. Ich werde mir sie hie und da ausborgen. _Samuel_: In einer Station unserem Fenster gegenüber ein Waggon mit Bäuerinnen. Im Schosse einer, die lacht, schläft eine. Aufwachend winkt sie uns, unanständig in ihrem Halbschlaf: »Komm«. Als verspotte sie uns, weil wir nicht hinüberkönnen. Im Nebenkoupee eine dunkle, heroische, ganz unbeweglich. Den Kopf tief zurückgelehnt schaut sie entlang der Scheibe hinaus. Delphische Sibylle. _Richard_: Aber was mir nicht gefällt, ist sein anknüpferischer, fälschlich Vertrautheit vorgebender, fast liebedienerischer Gruss an die Bäuerinnen. Nun setzt sich gar der Zug in Bewegung und Samuel bleibt mit seinem zu gross angefangenen Lächeln und Mützeschwenken allein. -- Übertreibe ich nicht? -- Samuel liest mir seine erste Bemerkung vor, sie macht auf mich einen grossen Eindruck. Ich hätte auf die Bäuerinnen mehr Acht geben sollen. -- Der Kondukteur fragt, übrigens sehr undeutlich, als hätte er es mit lauter Leuten zu tun, die diese Strecke schon oft gefahren sind, ob jemand für Pilsen Kaffee bestellen wolle. Bestellt man, so klebt er einen schmalen grünen Zettel für jede Portion ans Koupeefenster, so wie in Misdroy ehemals, so lange es keine Landungsbrücke gab, der ferne Dampfer durch Wimpel die Zahl der Boote, die zum Ausbooten benötigt wurden, anzeigte. Samuel kennt Misdroy gar nicht. Schade, dass ich nicht mit ihm dort war. Es war damals sehr schön. Diesmal wird es auch wunderbar schön...

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This isn't your typical Kafka story. Forget dark, oppressive labyrinths for a moment. 'Richard and Samuel' is a collaborative travelogue, a project Kafka and Max Brod started on a real trip to Switzerland and Italy. We only have this first chapter, so the grand narrative never materializes. Instead, we get a snapshot: two young men, Richard (Brod) and Samuel (Kafka), on a train. The plot is simple—they're observing their fellow passengers, making wry comments, and feeling the mix of excitement and boredom that comes with a long journey. The action is in the details and the dynamic between the two friends.

Why You Should Read It

Reading this is like finding a candid photo of a famous author. You see Kafka without the myth. The prose is lighter, often humorous, as he and Brod poke fun at the characters around them. It shows his sharp eye for human quirks was there from the start. More than anything, it's a beautiful document of friendship and creative partnership. You can feel them trying to spark ideas off each other, building a shared world. It makes you wonder what the full novel could have been, and that sense of potential is part of the charm.

Final Verdict

This is a niche but delightful read. It's perfect for Kafka completists who want to see another side of him, or for anyone interested in literary history and the messy, collaborative process of writing. Don't go in expecting 'The Trial.' Go in expecting a curious, charming fragment that offers a rare and human glimpse into the workshop of a genius, coffee and conversation with a friend included.



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Noah Martinez
1 month ago

Just what I was looking for.

Michelle Ramirez
1 year ago

This book was worth my time since it creates a vivid world that you simply do not want to leave. Truly inspiring.

George Robinson
1 year ago

From the very first page, the flow of the text seems very fluid. Don't hesitate to start reading.

Jennifer Johnson
8 months ago

Used this for my thesis, incredibly useful.

David Wilson
1 year ago

Great digital experience compared to other versions.

4.5
4.5 out of 5 (9 User reviews )

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