Sämmtliche Werke 2: Die Abenteuer Tschitschikows oder Die toten Seelen II by Gogol

(7 User reviews)   4186
By John White Posted on Jan 3, 2026
In Category - Pilot Stories
Gogol, Nikolai Vasilevich, 1809-1852 Gogol, Nikolai Vasilevich, 1809-1852
German
Ever wondered what happens after the scam? Gogol's unfinished masterpiece, 'Dead Souls Part II,' picks up right where the wild ride left off. Our charming con artist, Tchitchikov, is back on the road, but this time he's trying to go legit with his ill-gotten 'dead souls' and build a real life. The problem? His past is a ghost that won't stay buried. This book is less about the con and more about the aftermath—can a man who built his fortune on a lie ever find redemption, or is he doomed to repeat his mistakes? It's a brilliant, messy, and deeply human look at second chances in a society obsessed with appearances.
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sehr klein, und daher nahm diese Operation sehr viel Zeit in Anspruch. Während der ganzen Dauer dieser Handlung stand ein Mann, namens Michailo, mit einem Waschbecken und einem Handtuch an der Tür. Dieser arme Michailo mußte immer stundenlang so dastehen; dann ging er in die Küche und kam noch einmal wieder; aber sein Herr saß noch immer im Bett und rieb sich die Augen. Endlich sprang er aber doch auf, wusch sich, zog seinen Schlafrock an und trat in den Salon um ein Glas Tee, Kaffee, Kakao oder sogar frische Milch zu trinken. Er trank immer in kurzen Zügen, indem er die Brotkrumen rücksichtslos umherstreute und die Tabakasche überall achtlos hinfallen ließ. So saß er wohl zwei Stunden lang beim Frühstück, doch das genügte noch nicht. Dann nahm er noch eine Tasse kalten Tee und ging langsam ans Fenster, das in den Hof führte. Hier spielte sich jeden Tag folgende Szene ab. Vor allem zankte sich der Hausdiener Grigorij in seiner Eigenschaft als Aufwärter mit der Schließerin Perphiljewna, die er mit folgenden Ausdrücken zu bedenken pflegte: »Ach du Jammerseele, du nichtsnutziges Frauenzimmer du! Du solltest doch lieber den Mund halten, du gemeines Geschöpf!« »Du willst wohl _so_ etwas haben?« heulte die Jammerseele oder Perphiljewna, indem sie ihm die geballte Faust hinhielt. Dieses Frauenzimmer war nicht ungefährlich und hatte recht derbe und kräftige Manieren, trotz ihrer starken Vorliebe für Rosinen, Marmelade und andere Süßigkeiten, die sie in ihrem Schranke verschlossen hielt. »Du liegst dir ja sogar mit dem Verwalter in den Haaren, du Staubkorn, elendiges,« kreischte Grigorij. »Der Verwalter ist doch gerad so'n Dieb wie du, du glaubst wohl der Herr kennt euch nicht; er ist doch hier und hört alles.« »Wo ist der Herr?« »Da sitzt er am Fenster und sieht alles.« Und in der Tat, der Herr saß am Fenster und sah alles. Um dieses Sodom und Ghomorrha noch zu vervollständigen schrie ein Knabe auf dem Hofe aus voller Kehle, der von der Mutter eine Ohrfeige bekommen hatte, und ein Windspiel stimmte winselnd mit ein, indem es sich mit dem Hinterteil auf die Erde setzte; der Koch hatte nämlich kochendes Wasser aus dem Fenster gegossen und es verbrüht; mit einem Worte alles heulte und plärrte unerträglich. Der Herr sah und hörte sich alles an, aber erst als der Lärm so entsetzlich wurde, daß er Tentennikow in seinem Nichtstun zu stören begann, schickte er in den Hof hinunter und ließ sagen, die da unten möchten doch etwas _leiser lärmen_. Zwei Stunden vor dem Mittagessen begab sich Andrei Iwanowitsch in sein Zimmer, um an einem großen Werke zu arbeiten, das ganz Rußland von sämtlichen nur möglichen Standpunkten: vom bürgerlichen, vom politischen, vom philosophischen und religiösen umfassen und beleuchten sollte; auch sollte es die schwierigen Aufgaben und Probleme lösen, die die Zeit gestellt hatte und klar bestimmen, in welcher Richtung Rußlands große Zukunft läge; mit einem Wort, es war ein Werk wie nur ein moderner Mensch es planen konnte. Übrigens hatte es zunächst beim Nachdenken über dieses grandiose Unternehmen sein Bewenden: man kaute an der Feder, warf ein paar Zeichnungen aufs Papier, und schob dann alles wieder beiseite; statt dessen wurde ein Buch zur Hand genommen, das man bis zum Mittagessen nicht wieder fortlegte. In diesem Buche las man, während die Suppe, die Sauce, der Braten und sogar die süße Speise verzehrt wurde, ruhig weiter, und es kam mitunter vor, daß manche Speisen ganz kalt und andre überhaupt nicht angerührt wurden. Dann trank man noch eine Tasse Kaffee und rauchte ein Pfeifchen dazu und spielte noch eine Partie Schach mit sich selbst. Was darauf noch weiter bis zum Abendessen getan wurde --...

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So, you remember Tchitchikov, right? The smooth-talker who traveled Russia buying up the names of dead serfs to pull off a financial scheme? Part II finds him trying to turn that bizarre plan into a respectable life. He's got his 'dead souls' and the land that came with them. Now he's in a new town, trying to be a proper gentleman, win over a general's daughter, and make an honest go of it. But Gogol being Gogol, nothing is simple. Old acquaintances pop up, his shady past whispers in the corridors, and the sheer weight of maintaining his new facade starts to crack.

Why You Should Read It

If Part I was a satirical joyride, Part II is the thoughtful, sometimes painful morning after. Gogol shifts gears. We see Tchitchikov not just as a trickster, but as a man genuinely wrestling with his conscience and his desires. The satire is still there—poking fun at bureaucracy and social climbing—but it's warmer, more melancholic. You get the sense Gogol was searching for a way to save his own creation, to find a path to goodness for a character born out of greed. The fact that he famously burned the manuscript and left it unfinished adds this haunting layer; we're left wondering, with him, if redemption was ever really possible.

Final Verdict

This is a must for anyone who loved the first Dead Souls and needs to know what Gogol had in mind next. It's perfect for readers who enjoy character studies over plot, and who don't mind a story that feels like a fascinating, unresolved conversation. Be prepared for a different pace and mood, and for an ending that isn't really an ending—it's a glimpse into a genius's struggle with his own story.



🟢 Copyright Status

This book is widely considered to be in the public domain. You do not need permission to reproduce this work.

Patricia Young
10 months ago

Loved it.

Linda Moore
1 year ago

Compatible with my e-reader, thanks.

4.5
4.5 out of 5 (7 User reviews )

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