Im Schatten der Titanen: Erinnerungen an Baronin Jenny von Gustedt by Lily Braun

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By John White Posted on Dec 22, 2025
In Category - Flight Science
Braun, Lily, 1865-1916 Braun, Lily, 1865-1916
German
Ever wonder what it's really like to be born into a world of extreme privilege, only to find it's a gilded cage? That's the story of Jenny von Gustedt. Lily Braun's memoir of her mother isn't just a dusty family history. It's a sharp, personal look at a woman who was part of the 19th-century German aristocracy—the world of Bismarck and the Kaiser—but felt trapped by its rules. Jenny was smart, observant, and connected to some of the biggest names of her time. This book asks: what happens when you're born at the top, but your mind and heart want something more? It’s a fascinating peek behind the velvet curtains of power.
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Bestes an Gedanken und Gefühlen legte und lege ich in Briefen nieder. Die meisten anderen Sachen haben eine Geschichte: Entwicklung, Klärung, unnütze oder gut ausgenutzte Leiden, von Anderen angeregte Ueberschwänglichkeiten, von innen verarbeitete Irrthümer. Die Aufsätze aus Wilhelmsthal hatten persönliche Beziehungen und gehören in die Kategorie getrockneter, gepreßter Blumen mit leisem Duft und matter Farbe. Die vier französisch geschriebenen Charakterbilder waren die Fortsetzung früherer, ebenfalls dem Feuertode geweihter, die unter Goethes Augen entstanden waren und ihn interessierten. Die Art Novelle 'Gräfin Thara' ist mein letztes Geschreibsel; sie hat mich, mit langen Unterbrechungen, oft angenehm beschäftigt und sollte eigentlich nur eine Art Einleitung, ein Faden sein, an den ich Erfahrungen und Ansichten reihen wollte ... Die Beschäftigung mit den alten Manuskripten bildete ein neues Band zwischen uns. Ich bat oft um Erklärungen, die mir mündlich und schriftlich bereitwillig gegeben wurden, so daß nach und nach zu den alten Schriften viele neue hinzukamen, auch die Erinnerungen, die sie auf Anregung des Großherzogs Karl Alexander von Sachsen-Weimar, ihres treuen Freundes, noch in ihrer letzten Lebenszeit niedergeschrieben hatte. Einst, als ich wenige Jahre vor ihrem Tode wieder einmal in ihrem stillen grünen Zimmer bei ihr saß, öffnete sie das wohlbekannte Fach ihres Schreibtisches, das in seiner vorderen Hälfte für mich immer eine Fundgrube wunderbarer Dinge gewesen war: Ringe aus Haaren, Broschen mit geheimnisvoll darin verschlossenen Bildchen, Gemmen und Steine, und andere Merkwürdigkeiten hatten zu meinem Lieblingsspielzeug gehört, um das sich tausend Träume schlangen; an einem Miniaturbilde aber, das die Mitte eines breiten goldenen Armreifens bildete, war mein Blick stets gebannt hängen geblieben: einen Mann in großer Uniform, mit klassisch regelmäßigen Zügen und dunklen, leuchtenden Augen stellte es dar. Jerome Napoleon war es, des großen Kaisers Bruder, jenes Kaisers, den Großmutters Erzählungen mir immer als einen Riesen der Vorzeit hatten erscheinen lassen -- nicht als jenen bekannten Kleinkinderschreck aller guten Preußenkinder, sondern als eine schier übermenschliche Gestalt, deren Machtgebot eine Welt formte und beherrschte. Aus der hinteren Hälfte des Fachs, das alle diese Wunderdinge enthielt, zog Großmutter ein sorgfältig verschnürtes Paket hervor und gab es mir. "Bewahre es mit dem übrigen," sagte sie, "damit es, wenn ich sterbe, nicht vernichtet wird." Es enthielt Briefe des einstigen Königs von Westfalen an sie, die geliebte Tochter aus seinem heimlichen Liebesbund mit einer ihm immer unvergeßlichen Frau. Wohl hatte ich schon lange von Großmamas Herkunft reden hören, als Kind schon hatte man mich meines Ahnherrn wegen verhöhnt, und wenn ich an Eltern und Verwandte schüchterne Fragen nach ihm zu richten wagte, so wurden sie rot und schalten mich; ich wußte nie recht, ob ich stolz sein oder mich nicht vielmehr seiner schämen sollte. Seine Briefe erst lehrten mich ihn lieben. Als Großmama gestorben war und ich ihre Erinnerungen der Öffentlichkeit übergeben durfte, war es selbstverständlich meine Absicht, ihrer Herkunft der Wahrheit gemäß zu gedenken. Aber die engere und die weitere Familie, in deren Mitte ich lebte, entrüstete sich nicht wenig über mein Vorhaben; sie sah ihre Ehre dadurch bedroht, die Stellung ihrer Mitglieder in Staat und Gesellschaft gefährdet. Und ich, der Bande des Bluts noch gleichbedeutend erschienen mit Banden des Geistes und Herzens, fürchtete, sie durch Widerspruch zu zerreißen, und gehorchte. Daß dieser Gehorsam der Familie gegenüber durch eine Lüge vor der Öffentlichkeit erkauft wurde, daran dachte niemand. Nur mich quälte sie, und in der Empfindung, daß eine Zeit kommen werde, in der ich mein Unrecht gutzumachen vermöchte, bewahrte ich sorgfältig die Briefe Jeromes und weigerte mich wiederholt, sie zu vernichten. Indem ich sie nunmehr der Lebensbeschreibung meiner Großmutter einfüge, glaube ich ihr gegenüber eine Pflicht zu erfüllen. Und noch mehr vielleicht bin ich ihrem Vater die Veröffentlichung...

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Lily Braun gives us a unique window into the 19th century through the life of her mother, Baroness Jenny von Gustedt. Born into the high aristocracy, Jenny moved in circles that shaped European history. She wasn't just a passive observer; she was right there, connected to political giants and cultural figures. The book follows her from a privileged childhood through a marriage that secured her place in society, all while she privately questioned the very world that gave her everything.

The Story

This is a daughter's portrait of her remarkable mother. We see Jenny grow up in a system of strict titles and expectations. She marries a baron, fulfilling her social duty, and gains a front-row seat to history. But the story isn't about grand battles or political schemes. It's about the quiet tension in Jenny's life. She had access, influence, and comfort, yet she often felt like an outsider in her own world, constrained by the rigid roles for women of her class.

Why You Should Read It

What grabbed me was the intimacy. This isn't a dry history book. It's filled with personal letters, private thoughts, and family stories. You get to know Jenny as a real person—sharp, sometimes frustrated, always intelligent. Through her eyes, the "Titans" of the era, like Bismarck, feel less like statues and more like complicated people. The book makes you think about the price of privilege and the universal search for purpose, even in a palace.

Final Verdict

Perfect for readers who love biography and strong, complex female characters from history. If you enjoy stories about real people navigating impossible social rules, or if you're curious about the human side of the 19th-century European elite, this is a hidden gem. It’s a quiet, thoughtful book that packs a surprising emotional punch.



🏛️ No Rights Reserved

This title is part of the public domain archive. It serves as a testament to our shared literary heritage.

Edward Hill
9 months ago

I didn't expect much, but it provides a comprehensive overview perfect for everyone. Definitely a 5-star read.

Michelle Rodriguez
2 weeks ago

Five stars!

James Sanchez
1 year ago

The layout is very easy on the eyes.

Emily Rodriguez
1 year ago

I have to admit, the flow of the text seems very fluid. This story will stay with me.

Paul Smith
1 month ago

I didn't expect much, but the storytelling feels authentic and emotionally grounded. Don't hesitate to start reading.

5
5 out of 5 (11 User reviews )

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