Kranken besuchte und ihnen sein Medicament unentgeltlich reichte. Vielleicht hat aber gerade dieser _letztere_ Umstand dazu beigetragen, die schnelle Bekanntwerdung und Ausbreitung des Mittels zu verhindern; denn was nicht mit Gold aufgewogen wird, pflegen Viele nicht besonders zu achten, und davon wird nicht viel Geschrei gemacht. Nachdem _William Lee_ abermals fünf Jahre sein Mittel geprüft und auf die verschiedensten _äußeren_, sowohl wie _inneren_ Leiden angewendet hatte, stellte er im Jahre 1840 diejenigen Krankheiten zusammen, deren Heilung ihm und Andern durch den mit Salz präparirten Franzbranntwein fortwährend geglückt war, und übergab diese Arbeit, begleitet von einer Anweisung zur Bereitung und Anwendung dieses einfachen Medicamentes, dem Publikum. Wir glauben, durch die Uebertragung dieser menschenfreundlichen und gemeinnützigen Arbeit ins Deutsche, vielen durch Verletzungen und schmerzhafte Uebel Heimgesuchten einen Dienst zu erweisen, und können nichts Besseres thun, als auf die Broschüre selbst hinweisen, die einem Jeden die Bereithaltung und Anwendung eines Mittels anräth, von welchem feststeht, daß es _nie schadet, immer lindert, und in den meisten Fällen hilft_. Allmähliche Entdeckung der Heilkräfte des Medicamentes. Vor etwa 10 Jahren -- im Jahre 1830, -- machte ich während eines Aufenthalts auf meinem Gute La Ferté Imbault in Frankreich die Entdeckung, _daß eine Mischung von Franzbranntwein und Salz das wirksamste Mittel gegen äußere und innere Entzündungen ist._ Es kam mir zunächst darauf an, dies Mittel so oft wie möglich zu erproben; ich sagte daher meinen Leuten, sie möchten mir aus dem Dorfe und der Umgegend alle diejenigen zuführen, welche an der _Rose_ und an dergleichen äußeren Entzündungen litten, ich besäße ein Mittel, sie leicht und unentgeltlich zu heilen. Bald fehlte es mir nicht an Patienten, an denen ich die anti-entzündliche Kraft meines Mittels prüfen konnte, und ich hatte das Glück, sie alle schnell und vollkommen herzustellen. Meine Erfolge überraschten mich mehr als die Geheilten; ich wußte sie mir nicht zu erklären; doch stand bald so viel unumstößlich fest, daß mein aus Franzbranntwein und Salz bestehendes Medicament alle Entzündungen beseitigte. Bald brachte man mir auch _andere_ Uebel, als Rosen und Geschwülste, zur Kur, z. B. alte Schäden, offene Wunden, gefährliche Verletzungen, durch aufgeflogenes Pulver verbrannte und entzündete Augen. Ich ließ sie auswaschen mit dem Medicament und Umschläge von Tüchern machen, die damit angefeuchtet wurden. Alle Kuren glückten. Endlich las ich in einem medizinischen Journal, »alle Krankheiten seien entweder _selbst_ Entzündungen oder _Folge_ von solchen.« Ich schloß hieraus, daß mein Mittel nicht nur _äußerlich_ angewendet, gegen äußerliche Entzündungen, sondern auch _innerlich_ gegen innerliche Entzündungen wirksam sein müsse; und da man seit einiger Zeit angefangen hatte, -- wie dies so zu gehen pflegt, -- mir _alle_ Kranke zuzuführen, oder wenn dies nicht anging, mich zu ihnen zu rufen, so wendete ich mein Medicament gegen Halsentzündungen, Lungenentzündungen und Unterleibsentzündungen so an, daß ich Hals, Brust und Unterleib damit einreiben ließ, und davon eßlöffelweise eingab. Da indeß das reine Medicament zu scharf gewesen sein würde, ließ ich es durch heißes Wasser verdünnen. Die Erfolge waren überraschend; überall wirkte das Mittel stets lindernd, wenn auch nicht immer schnell heilend. Eine Frau, die an jahrelangen Kopfschmerz litt, kam zu mir und wünschte »_durch das Wundermittel_« geheilt zu sein. Wäre es nicht sehr thöricht gewesen, wenn ich, um ihr den Kopfschmerz zu vertreiben, mein Mittel auf die _Füße_ oder _Arme_ gerichtet hätte? Und war es im Gegentheil nicht natürlich, daß ich ihr den Kopf damit einreiben ließ? Außerdem wußte ich, daß sich im Gehirn alle Nerven vereinigen, oder daß sie von dort ausgehn; war es also möglich, auf das Gehirn zu wirken, so mußte sich diese Wirkung auch auf alle Theile des Körpers erstrecken. Mein Schluß war richtig. Die Frau verlor den Kopfschmerz durch das...
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Amanda Clark
10 months agoI didn't expect much, but the storytelling feels authentic and emotionally grounded. I will read more from this author.