Der Golem by Gustav Meyrink

(6 User reviews)   4145
By John White Posted on Dec 22, 2025
In Category - Flight Science
Meyrink, Gustav, 1868-1932 Meyrink, Gustav, 1868-1932
German
Hey, have you heard of 'Der Golem'? It's not your typical monster story. Set in the foggy, twisting lanes of Prague's old Jewish Quarter, it follows Athanasius Pernath, a jeweler who starts having strange, vivid dreams. He dreams of a Golem—a giant clay figure from legend—and these dreams start bleeding into his waking life. The real mystery isn't about a monster rampaging through the streets. It's about a man trying to figure out if he's losing his mind, or if the ancient, mystical soul of the city itself is reaching out to him. It's a haunting, atmospheric puzzle that gets under your skin.
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Schutte meiner Erinnerung liegen muß und aussieht wie ein Stück Fett. Eine Regenröhre muß einst neben ihm auf der Erde gemündet haben, male ich mir aus -- stumpfwinklig abgebogen, die Ränder von Rost zerfressen, -- und trotzig will ich mir im Geiste ein solches Bild erzwingen, um meine aufgescheuchten Gedanken zu belügen und in Schlaf zu lullen. Es gelingt mir nicht. Immer wieder und immer wieder mit alberner Beharrlichkeit behauptet eine eigensinnige Stimme in meinem Innern -- unermüdlich wie ein Fensterladen, den der Wind in regelmäßigen Zwischenräumen an die Mauer schlagen läßt: es sei das ganz anders, das sei gar nicht der Stein, der wie Fett aussehe. Und es ist von der Stimme nicht loszukommen. Wenn ich hundertmal einwende, alles das sei doch ganz nebensächlich, so schweigt sie wohl eine kleine Weile, wacht aber dann unvermerkt wieder auf und beginnt hartnäckig von neuem: gut, gut, schon recht, es ist aber doch nicht der Stein, der wie ein Stück Fett aussieht. -- Langsam beginnt sich meiner ein unerträgliches Gefühl von Hilflosigkeit zu bemächtigen. Wie es weiter gekommen ist, weiß ich nicht. Habe ich freiwillig jeden Widerstand aufgegeben, oder haben sie mich überwältigt und geknebelt, meine Gedanken? Ich weiß nur, mein Körper liegt schlafend im Bett, und meine Sinne sind losgetrennt und nicht mehr an ihn gebunden. -- Wer ist jetzt »ich«, will ich plötzlich fragen, da besinne ich mich, daß ich doch kein Organ mehr besitze, mit dem ich Fragen stellen könnte; dann fürchte ich, die dumme Stimme werde wieder aufwachen und von neuem das endlose Verhör über den Stein und das Fett beginnen. Und so wende ich mich ab. Tag Da stand ich plötzlich in einem düsteren Hofe und sah durch einen rötlichen Torbogen gegenüber -- jenseits der engen, schmutzigen Straße -- einen jüdischen Trödler an einem Gewölbe lehnen, das an den Mauerrändern mit altem Eisengerümpel, zerbrochenen Werkzeugen, verrosteten Steigbügeln und Schlittschuhen und vielerlei anderen abgestorbenen Sachen behangen war. Und dieses Bild trug das quälend Eintönige an sich, das alle jene Eindrücke kennzeichnet, die tagtäglich so und so oft wie Hausierer die Schwelle unserer Wahrnehmung überschreiten, und rief in mir weder Neugierde noch Überraschung hervor. Ich wurde mir bewußt, daß ich schon seit langer Zeit in dieser Umgebung zu Hause war. Auch diese Empfindung hinterließ mir trotz ihres Gegensatzes zu dem, was ich doch vor kurzem noch wahrgenommen und wie ich hierher gelangt, keinerlei tieferen Eindruck. -- -- Ich muß einmal von einem sonderbaren Vergleich zwischen einem Stein und einem Stück Fett gehört oder gelesen haben, drängte sich mir plötzlich der Einfall auf, als ich die ausgetretenen Stufen zu meiner Kammer emporstieg und mir über das speckige Aussehen der Steinschwellen flüchtige Gedanken machte. Da hörte ich Schritte die oberen Treppen über mir vorauslaufen, und als ich zu meiner Tür kam, sah ich, daß es die vierzehnjährige, rothaarige Rosina des Trödlers Aaron Wassertrum gewesen war. Ich mußte dicht an ihr vorbei, und sie stand mit dem Rücken gegen das Stiegengeländer und bog sich lüstern zurück. Ihre schmutzigen Hände hatte sie um die Eisenstange gelegt, -- zum Halt -- und ich sah, wie ihre nackten Unterarme bleich aus dem trüben Halbdunkel hervorleuchteten. Ich wich ihren Blicken aus. Mich ekelte vor ihrem zudringlichen Lächeln und diesem wächsernen Schaukelpferdgesicht. Sie muß schwammiges, weißes Fleisch haben wie der Axolotl, den ich vorhin im Salamanderkäfig bei dem Vogelhändler gesehen habe, fühlte ich. Die Wimpern Rothaariger sind mir widerwärtig wie die eines Kaninchens. Und ich sperrte auf und schlug rasch die Türe hinter mir zu. -- -- Von meinem Fenster aus konnte ich den Trödler Aaron Wassertrum vor seinem Gewölbe stehen sehen. Er lehnte am Eingang der...

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If you pick up Der Golem, forget the blockbuster movie version. Gustav Meyrink's 1915 novel is a different beast entirely.

The Story

We follow Athanasius Pernath, a quiet restorer of antique gems living in Prague's ghetto. After a head injury, his reality starts to fracture. He's plagued by intense dreams and visions, often centered on the mythical Golem—a silent, looming figure made of clay. As these visions grow stronger, the line between his dreams and his daily life blurs. He meets a bizarre cast of characters, gets entangled in strange events, and begins to question his own memories and sanity. The plot feels less like a chase and more like falling into a deep, dark well where time and identity don't quite work right.

Why You Should Read It

This book isn't about action; it's about mood. Meyrink builds an incredible atmosphere. You can almost smell the damp stone and feel the claustrophobia of the narrow streets. The Golem itself is less a character and more a symbol—of forgotten history, of collective anxiety, of the parts of ourselves we bury. Reading it feels like deciphering a dream. It's unsettling, often confusing in the best way, and it sticks with you long after you finish.

Final Verdict

Perfect for readers who love gothic atmosphere over gore, and psychological unease over jump scares. If you enjoyed the dense, dreamlike feel of something like House of Leaves or the symbolic weight of Kafka's work (Meyrink was a contemporary), you'll find a lot to love here. Just be ready to get a little lost in its foggy, fascinating streets.



⚖️ Copyright Free

This publication is available for unrestricted use. It is now common property for all to enjoy.

Paul Jones
1 year ago

This book was worth my time since the content flows smoothly from one chapter to the next. A valuable addition to my collection.

5
5 out of 5 (6 User reviews )

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