Der Sachsenspiegel: Eine Geschichte aus der Hohenstaufenzeit by Julius Wolff

(15 User reviews)   4835
By John White Posted on Dec 22, 2025
In Category - Aircraft History
Wolff, Julius, 1834-1910 Wolff, Julius, 1834-1910
German
Okay, so imagine you're in the 13th century Holy Roman Empire, where knights should be all about chivalry and honor. But what if one of them is secretly a total fraud? That's the hook of 'Der Sachsenspiegel.' It follows a knight named Kuno von Wolfstein who's living a lie, and the whole story builds toward the moment when his deception will inevitably fall apart. It's not just a sword-and-armor adventure; it's a surprisingly tense character study about guilt, reputation, and the crushing weight of keeping up appearances. If you like historical fiction where the real battle happens inside a person's conscience, you'll be glued to this one.
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unzählige Apfel- und Birnbäume jetzt mit ihrer vollen Blüte prangten. Von dieser umfangreichen Hofstatt aus hatte man einen freien Blick in die Landschaft, auf eine vieltürmige Stadt mit ragender Kaiserpfalz, auf Dörfer, grüne Getreidefluren und gelbe Rapsfelder und auf Höhen und Hügel mit vereinzelten Warten. Rechts und links zogen sich zackige Klippen in meilenlang ausgedehnter, aber durch Zwischenräume unterbrochener Kette durch die wellige Ebene dahin, und in bläulich dämmernder Ferne erhob der gewaltige Blocksberg seinen sagenumwobenen Gipfel. In dem Baumgarten befanden sich fest eingerammte Tische und Bänke, in deren Platten und Bohlen mancherlei Figuren geritzt waren, gotischen Runen oder alten sächsischen Hausmarken ähnlich, und etliche Schreibkundige hatten ihren Namen oder nur seine Anfangslettern eckig und ungestalt eingeschnitten. Das war das Fremdenbuch des »Gasthauses am Scheidewege«. Unter den hunderten von Bäumen fiel ein großer Apfelbaum besonders auf, an dessen rundum breit ausladenden Zweigen sich Blüte dicht an Blüte drängte, einzeln, in Sträußchen und Büscheln, weiß und blaßrot von wunderbarer Zartheit und Schönheit, daß es eine wahre Pracht und Augenweide war. Dort boten, abseits von den andern, ein kleinerer Tisch und zwei Schemel mit bunt bemalten Rücklehnen einen bevorzugten Ruheplatz für vornehmeren Besuch als die Fuhrleute, Viehtreiber und Krämer waren, die auf den tannenen Bänken beim Biere schwatzten und lärmten. An diesem Tische saß bei schon sinkender Sonne ein bespornter, hochgewachsener Mann, dem man trotz seiner schlichten Reisetracht den ritterbürtigen Herrn deutlich genug ansah. Er mochte ungefähr in der Mitte der dreißiger Jahre sein, und seine ernsten, ausdrucksvollen Züge mit der schön gemeißelten Stirn zeigten die Spuren angestrengter Geistesarbeit. Den Ellenbogen aufgestemmt, das Haupt mit der Hand gestützt, starrte er träumerisch vor sich hin und regte zuweilen die Lippen wie in unhörbar geflüstertem Selbstgespräch. Vor ihm auf dem Tische standen ein Steinkrug und zwei Zinnbecher, und abwechselnd tat er einen Trunk bald aus dem einen, bald aus dem andern, vorher mit beiden leise anklingend. So hatte er lange in fern schweifenden Gedanken gesessen, als er plötzlich, darin gestört, den Kopf zur Seite wandte und horchte. Er hatte auf der Straße herannahendes Getrappel von acht eisenbeschlagenen Pferdehufen vernommen, das vor der Tür des Gasthauses anhielt, sich bald darauf dem Hofe zubewegte und allmählich verhallte. Es mußten also zwei Reiter gekommen und abgestiegen sein. Das war nichts Ungewöhnliches an diesem belebten Kreuzwege und hatte auch für den Einsamen keine Bedeutung, denn er erwartete keinen Gefährten hier. Dennoch hob ein tiefer Atemzug seine Brust, und wehmütig blickte er auf den leeren Platz sich gegenüber. Nach einer kleinen Weile erschien ein neuer Gast in dem Baumgarten, sah sich nach einem bequemen Sitz um, stutzte und schritt dann schnell auf den Zweibechermann zu, ihn mit den Worten begrüßend: »Täusche ich mich, oder bist du es wirklich, Eike von Repgow?« [Illustration: »Täusche ich mich, oder bist du es wirklich, Eike von Repgow?«] »Graf Hoyer von Falkenstein!« rief der andere aufspringend und dem Ankömmlinge beide Hände entgegenstreckend. »O wie freue ich mich dieses unverhofften Wiedersehens!« »Du hast Gesellschaft,« sagte der Graf, auf den zweiten Becher weisend. »Nein, ich bin allein,« gab der Befragte zur Antwort. »Allein? ja, was tust du denn hier?« »Trinken und träumen, Herr Graf! weiter nichts. Der Stuhl ist frei, der Becher aber nicht.« Verwundert schaute Graf Hoyer den Jüngeren an und ließ sich, ohne eine Erklärung der ihm unverständlichen Rede zu fordern, auf dem unbesetzten Schemel nieder. Er war ein Mann von mittelgroßer Gestalt mit grauem Haar und mochte wohl sechzig Jahre oder mehr auf seinen breiten Schultern tragen. Aus seinem durchfurchten Gesicht mit buschigen Brauen über den herrisch blickenden Augen sprach befehlerische Willenskraft. Die Wirtin brachte einen dritten Becher, den Eike sofort mit Wein...

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First published in the late 19th century, Julius Wolff's novel takes us deep into the world of the Hohenstaufen emperors, a time of knights, castles, and strict codes of law known as the 'Sachsenspiegel.'

The Story

The plot centers on Kuno von Wolfstein, a knight who has built his entire life and reputation on a foundation of lies. He's respected and feared, but he knows he doesn't truly deserve his standing. The novel follows him as he navigates the complex politics and personal rivalries of the era, all while waiting for the other shoe to drop. The tension doesn't come from a massive war, but from the quiet, daily fear of exposure. Every interaction, every challenge, threatens to unravel the life he's constructed.

Why You Should Read It

What makes this book stick with you isn't the historical pageantry (though that's well done), but Kuno himself. Wolff makes you understand his anxiety and his twisted pride. You almost root for him to keep his secret, even as you know he shouldn't. It's a fascinating look at how the pressure to conform to a social ideal can break a person. The medieval setting isn't just a backdrop; it's the very reason his secret is so dangerous.

Final Verdict

This is a perfect pick for readers who love historical fiction but want more psychological depth than a simple battle saga. It's for anyone who's ever wondered about the person behind the perfect facade. Fair warning: it's a product of its time, so the pacing and style feel classic, but the core dilemma is timeless. If you enjoy character-driven stories where the past feels alive and morally complicated, give 'Der Sachsenspiegel' a try.



✅ Public Domain Content

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Deborah Torres
1 year ago

If you enjoy this genre, it challenges the reader's perspective in an intellectual way. A valuable addition to my collection.

Sarah Gonzalez
2 weeks ago

Good quality content.

Deborah Thomas
3 months ago

A bit long but worth it.

William Jones
1 month ago

Finally a version with clear text and no errors.

Charles Anderson
1 year ago

I stumbled upon this title and the narrative structure is incredibly compelling. I couldn't put it down.

4.5
4.5 out of 5 (15 User reviews )

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